360°-Video im Land der 1000 Inseln: Kroatien

Sandstrände, Sonnenuntergänge und die schönste Stadt der Welt: Susanne Dickel hat das Urlaubsland Kroatien mit der 360°-Kamera erkundet.

„So will ich auch arbeiten“, sagt ein Mann zu mir. Und ich kann es nicht abstreiten: Die Mittagspause an einem Sandstrand zu verbringen und sich noch einmal schnell im Meer abzukühlen bevor es dann mit der Arbeit weitergeht – das ist schon großartig.

Ich bin in Kroatien unterwegs, um für Blick VR ein 360°-Video über die schönsten kroatischen Inseln zu drehen. Bei knapp 1200 Inseln fällt die Auswahl nicht leicht. In Absprache mit meinen Kollegen entscheide ich mich für Lokrum und Lopud im Süden und Brač bei Split.

Aber auch als ich die Drehorte ausgewählt habe, bin ich im Dilemma: Alle paar Meter will ich stehen bleiben und die Kamera aufstellen, weil sich wieder ein neuer schöner Ausblick mit blauem Himmel und glasklarem Wasser auftut. Am Ende komme ich also mit rund 100 Clips zurück – so viel Rohmaterial sammle ich bei 360° eher selten für ein kurzes Video.

Blick über die Inseln Dalmatiens

Wegen dieser Aussicht haben die früheren Herrscher Dubrovniks (damals noch Republik Ragusa) auf Lopud eine Burg gebaut.

Ein kleines Stück vom Paradies

Kein Wunder jedenfalls, dass Kroatien inzwischen bei Touristen ziemlich beliebt ist. Trotzdem: Als ich auf der Insel Lopud zur Festung auf dem Berg wandere, begegnet mir kaum jemand, obwohl es Anfang Juli ist und damit Hochsaison. Den grandiosen Ausblick an der Spitze habe ich ganz für mich allein – sehr praktisch, so musste ich mir keine Gedanken machen, ob jemand in die Stitchline hineinläuft.

Auf Lopud begegne ich auch Tomo Mišić, der mit seinem Golfcart Touristen herumfährt. Viele hier verdienen sich so ein paar Euro dazu. Tomo findet, die Insel sei wie ein kleines Stück vom Paradies. Angst hat er nur davor, dass zu viele Ausländer sich Grundstücke auf Lopud kaufen und es „wird wie in Beverly Hills“.

Früher residierten hier nur die Adeligen von Dubrovnik in schicken Villen. Heute kann jeder für ein paar Euro mit der Fähre herüberfahren. Das lohnt sich übrigens mehr als die üblichen Tourangebote für die Elaphiti-Inseln, bei denen man an einem Tag drei Inseln abklappert. So hat man genug Zeit, die Insel zu entdecken.

Dubrovnik

Die Fähre startet im Hafen von Dubrovnik, der „Perle der Adria“. Das ist zwar Marketing-Sprech, aber es stimmt einfach. Dubrovniks Altstadt ist eine der schönsten, die ich je gesehen habe. Dabei wurde sie schwer beschädigt, als die jugoslawische Volksarmee im Balkankrieg vom Hausberg Srđ aus mehrere tausend Granaten auf sie abfeuerte.

Etwa 1000 Menschen leben noch dauerhaft in Dubrovniks Altstadt und kämpfen mit den Touristenmassen.

Etwa 1000 Menschen leben noch dauerhaft in Dubrovniks Altstadt und kämpfen mit den Touristenmassen.

Doch alle Schäden wurden beseitigt, stattdessen wird Dubvrovnik jetzt von Touristenmassen bedroht. Als ich Tourguide Patricia Cvinar erzähle, dass am Morgen zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen, lacht sie nur: „Zwei sind wenig. Wenn es fünf bis sieben sind, wird es richtig schlimm.“ Manchmal gebe es Stau, weil die Türen und Tore nicht für so große Menschenmengen konzipiert sind. Patricia berichtet, dass manche Touristen fragen, warum man nicht die Türen verbreitere, und antwortet ironisch: „Natürlich, wir bauen diese jahrhundertealten Häuser einfach um.“

Seit einigen Jahren ist Dubrovnik um eine Attraktion reicher: Szenen von „Game of Thrones“ werden hier gedreht. Natürlich gibt es auch thematisch passende Touren für Touristen. Ich kann verstehen, warum die Macher der Serie sich diese Stadt ausgesucht haben. Wenn man jetzt noch eine VR-Folge hier drehen würde … Leider habe ich nicht genug Zeit, um selbst in der Stadt zu drehen, aber vielleicht schickt mich ja mal wieder ein Auftraggeber hierher.

Meine Reise endet schließlich auf der Insel Brač. Nachdem ich mich mit dem Mietwagen eine schmale Schlaglochpiste entlanggekämpft habe, stoße ich schließlich auf die perfekte Bucht, um den Sonnenuntergang aufzunehmen. Noch schnell die Kamera positionieren, ein paar Meter außer Sicht gehen, die Beine ins Wasser baumeln lassen und selbst die Aussicht genießen. Und ich nenne es Arbeit.

1200 Inseln. Kroatien hat rund 6.000 Kilometer Küste.

1200 Inseln. Kroatien hat rund 6.000 Kilometer Küste.

IntoVR-Storytelling in der VR-App von Blick

Entdeckt die Highlights Kroatiens selbst im 360°-Video! Den ganzen Film präsentiert unser Kunde Ringier in der App BlickVR, die kostenlos im Play Store und Apple App Store heruntergeladen werden kann.

Nutzer von Desktop-Computern können den 360°-Film über Kroatiens Inseln auch auf der Webseite des „Blick“ sehen.